Treffen der Steirischen Wasserversorger

Wassernetzwerk Steiermark, Trockenheit und Regionalprogramm

Am 5. Juni trafen sich die Mitglieder des Steirischen Wasserversorgungsverbandes (StWV) mit Obmann Bruno Saurer im Kulturzentrum Leibnitz. Das Wassernetzwerk Steiermark, das Regionalprogramm der noch immer sehr niedrige Grundwasserstand und andere wichtige Themen wurden besprochen. Bgm. Helmut Leitenberger begrüßte die Mitglieder und präsentierte den neu produzierten Film über die Stadt Leibnitz.

Regionalprogramm 

Die Behörde verfolgt das Ziel, die aktuell gültigen Schongebiete durch den flächendeckenden Schutz der 3 Grundwasserkörper von Graz bis Bad Radkersburg (Regionalprogramm) zu ersetzen. Dieser Schritt würde zu einer "Harmonisierung" der Anordnungen in der Murebene von Graz bis Bad Radkersburg führen. Bauern würde es ermöglicht werden, ihre Ackerböden nach den Richtlinien für die sachgerechte Düngung mit Stickstoff zu versorgen. Grundsätzlich halten wir den Ansatz eines flächendeckenden Grundwasserschutzes für richtig. Entscheidend für die Zielerreichung eines nachhaltigen Wasserschutzes wird die tatsächliche Anordnung der fachlich -“ sachlichen Erfordernisse ( z.B. winterharte Gründecke, Stickstoffbilanzierung, Aussbringungsfristen, Ertragslage, etc. . .) sowie deren Umsetzung durch die Landwirte sein. Franz Krainer erklärt: " Landwirtschaft wird benötigt aber die Sicherung und der Schutz des Lebensmittel Nr. 1 in qualitativer und quantitativer Hinsicht muss dabei an erster Stelle stehen".

Trockenheit und Wassernetzwerk Steiermark

Nach der niederschlagsarmen Zeit von Oktober 2011 bis April 2012 zeigten die niedrigen Grundwasserstände uns wie wichtig der Steirische Wasserversorgungsverband und der "Wasserversorgungsplan Steiermark" für unser Bundesland ist. "Durch klimatische Veränderungen, Trockenheit, Bevölkerungswachstum, Verunreinigungen sowie extreme Verbrauchsspitzen etc. . . stoßen die Trinkwasserversorger immer wieder an Ihre Grenzen", weiß Franz Krainer, Geschäftsführer der LFWV-GmbH und ergänzt, "aus diesem Grund gibt es die Vernetzungen mit den anderen Wasserversorgern, damit in Zeiten extremer Trockenheit die Möglichkeit des Wasserbezuges aus dem wasserreichen Norden der Steiermark (Raum Graz, Hochschwab) besteht. Für die Wasserversorgung können auch beim gleichzeitigen Befüllen mehrerer Swimming-Pools in den jeweiligen Gemeinden Probleme entstehen. Daher ist es wichtig, dass das Füllen der privaten Schwimmbäder unbedingt der Gemeinde bzw. dem zuständigen Wasserversorger mitgeteilt wird. Trotz der ergiebigen Regenfälle in den letzten Wochen bleibt der Grundwasserstand auf einem sehr niedrigen Niveau. 

Runder Tisch - Nachhaltiger Grundwasserschutz

Nitratsituation -“ Güllemanagement -“ Grundwasserschutz

"Die gute Qualität unsers Trinkwassers muss langfristig abgesichert werden". Mit diesem Thema, haben sich am 24. Oktober 2011, die Trinkwasserversorger der Region bereits zum 3. Mal gemeinsam mit Vertretern der Politik und Experten aus den Bereichen Wissenschaft/Recht am "Runden Tisch" der Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH befasst.

Insbesondere geht es darum,

-       die Nitratsituation im Grundwasser weiter zu verbessern

-       Grundlagen für ein wirksames Güllemanagement zu erarbeiten

     eine Anpassung des Wasserrechtsgesetzes zu erwirken

-       den nachhaltigen Schutz unseres wichtigsten Lebensmittels zu sichern.

Die letzten 10 Jahre haben gezeigt, dass sich die Nitratwerte im Grundwasser trotz verschärfter Schongebietsverordnungen nur unwesentlich verändert haben. Diese Situation ist für die Trinkwasserversorger in keiner Weise akzeptabel. Die Fachleute sind sich darüber einig, dass eine mengen- und zeitmässig falsch bemessene Gülleausbringung wesentlich zu dieser Problematik beiträgt.

Es geht darum, die Verteilung der Gülle zu verbessern. Aus diesem Grund wurde in enger Zusammenarbeit mit Joanneum Research bei der letzten Sitzung von Regionext in Eibiswald das Projekt "Güllemanagement" vorgestellt.

-       eine schlagbezogene Stickstoffbilanzierung

-       ein überbetriebliches Güllemanagement

-       eine "Gülle-Pelletierung"

-       ein breiter Informations- und Wissenstransfer in der Bevölkerung und unter den Betrieben

Darüber hinaus wird parteiübergreifend an einer Aktualisierung des geltenden Wasserrechtsgesetzes gearbeitet. Die Trinkwasserversorger verlangen insbesondere eine Klarstellung der Schongebietsverordnung, die Sicherstellung von wirksamen Kontrollen und möglichst umfassende Maßnahmen zum Schutz unseres Trinkwassers, die auch über den landwirtschaftlichen Bereich hinaus gehen. Die Trinkwasserversorger bekennen sich zu einer intakten und lebensfähigen Landwirtschaft, müssen aber auf eine schonende Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen bestehen.

Unser aller Ziel muss es sein, die Versorgung der Bevölkerung mit dem wichtigsten Lebensmittel langfristig, auch für die nächsten Generationen, zu sichern. 

Feier am Hochbehälter Manning

Am 14. Oktober fand in der Gemeinde Frannach am Manningberg die feierliche Eröffnung des generalsanierten Hochbehälters (errichtet im Jahre 1983) und des neu erbauten Druckreduzierschachtes Manning statt. Nach mehr als 6 Wochen konnten die Außenfassade, Pumpen, Leitungen und Elektroinstallationen erneuert und an den letzten Stand der Technik angepasst werden.

Durch den Einsatz modernerer und stärkerer Wasserpumpen wird dem steigenden Wasserverbrauch Rechnung getragen und die Versorgungssicherheit in dieser Region um ein vielfaches erhöht. Mit Stolz präsentierten die Gemeindevertreter, Bgm. Wolfgang Neubauer (St. Georgen/Stfg.), Bgm. Anton Obendrauf (Mitterlabill), Bgm. Johann Absenger (Frannach) sowie GF Franz Krainer (Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH) den im neuen Glanz erscheinenden Hochbehälter. Zahlreiche interessierte Besucher folgten der Einladung um an einer Besichtigung teilzunehme. Viele Fragen rund um die Wasserversorgung wurden gestellt und von den Mitarbeitern der Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH beantwortet. Für das leibliche wohl, gab es passend zum Herbst, Sturm und Kastanien für alle Besucher. Der rege Besucherandrang bei der Eröffnungsfeier war ein voller Erfolg, sind sich die Gemeindevertreter und der GF Franz Krainer einig. Immerhin ist ein sauberes Trinkwasser das wichtigste Lebensmittel.

Entschädigungszahlungen - Schongebiet

Wasserpreiserhöhung 2011 durch drohende Entschädigungszahlungen!

Erstmalig in Österreich sind die Wasserversorger im Leibnitzerfeld mit Entschädigungsansprüchen von rund 400.000,- Euro pro Jahr für die Schongebiete konfrontiert. Die entsprechenden Bescheide wurden von der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz im Oktober 2010 erlassen und sind rückwirkend bis ins Jahr 2007 zu entschädigen.

Gegen die uns vorliegenden 275 Bescheide (mit Leibnitzerfeld Süd insgesamt 455 Bescheide) der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz wurden zivilrechtliche Schritte eingeleitet. Die Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH ist der Meinung dass niemand dafür bezahlt/entschädigt werden soll, damit er bestehende Gesetze einhält und das Grundwasser nicht verschmutzt! Laut österreichischen Wasserrecht ( §30) hat Grund- und Quellwasser Trinkwasserqualität aufzuweisen. Aus diesem Grund ist die Leibnitzerfeld Wasserversorgung GmbH aus bilanztechnischen Gründen (kaufmännischer Vorsicht) dazu verpflichtet den Wasserpreis zu erhöhen. Für das Jahr 2011 ist der Wasserpreis im Zentralversorgungsgebiet um 0,12 Euro/m ³ auf 1,32 Euro/m ³ erhöht worden. Bei einer erfolgreichen Abwehr der Entschädigungsansprüche kann der Trinkwasserpreis wieder gesenkt werden.

Für jene Grundstücksbesitzer die nicht an einer Fortführung des Zivilrechtsverfahrens interessiert sind besteht die Möglichkeit, ohne gegenseitige Kostenansprüche das Verfahren einvernehmlich zu beenden.